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Das in diesem
Jahr erstmals platzierte United Metalheads Festival in der Wuppertaler „Börse“
entstand aus einer Idee der „United Metalheads“, einem Fanclub-Webring, der eine
Plattform für Bandfanclubs werden soll, was vom Grundgedanken her schon mal eine
klasse Idee ist. Mehr oder weniger von Anfang an verfolgte ich dann auch aus der
Ferne die Planung zu dem Festival bis es dann letztendlich auch stattfand. Eins
kann ich euch vorab schon verraten, nicht nur der Ablauf, sondern auch die
Organisation war bis in kleinste Detail durchdacht und wurde auch so
professionell umgesetzt. Dafür schon mal an alle Organisatoren und Helfer ein
dickes Lob!
Die Location
war zudem bestens gewählt und füllte sich im Laufe des Abends dann auch mit über
500 Zuschauern recht ordentlich, was mitunter dem geringen Eintrittspreis von
nur 6,60 im VVK und 8,50 € an der AK zu verdanken war, da die Bands ohne Gage
für ihre Fans spielten.
Den Auftakt des Abends machten die mir völlig unbekannten nordrheinwestfälischen
Atavism pünktlich um 18.00 Uhr. Das Power Metal Sextett hatte offensichtlich
seinen eigenen Fanclub mitgebracht, der zumindest in den ersten beiden Reihen
für mächtig Stimmung sorgte. Der Rest der bis dahin anwesenden 200 Metalheads
erlebte vom Stageacting her doch eher verhaltene Musiker, die zwar Spaß an ihrem
Auftritt zu haben schienen, sich jedoch auch mit einem recht matschigen Sound
rumplagen mussten. Ich selbst tat mich diesbzgl. von Anfang an auch etwas schwer
mit dem mir neuen Liedgut, da ich durch die herrschenden Soundverhältnisse nur
schwer Zugang zu der Mucke der Jungs fand. Nach 30 Minuten Playtime gab es vom
Auditorium, aber auch von mir, mehr als nur Höflichkeitsapplaus, da man
feststellen konnte, dass sich die Mannen doch sichtlich bemüht hatten.
Mir ebenfalls völlig unbekannt war die Ulmer Formation Ligeia, die nach kurzem
Linecheck jetzt aufspielte. Das Quartett um Frontfrau Dani legte recht
ordentlich mit ihrem Melodic Powermetal los. Optisch wie eine Kopie von DORO in
jungen Jahren, stimmlich zwischen eben der genannten Rockqueen und Joan Jett auf
Metal angesiedelt und mit mächtig professionell wirkender Performance
ausgestattet, hatte die Dame das Publikum sofort im Griff. Nicht lumpen ließ
sich auch die Saitenfraktion, die nicht nur optisch mächtig Gas gab. Bei jetzt
merklich besserem Sound hatte es mir hier musikalisch besonders Gitarrist Jörg
angetan, der offensichtlich einen bomben Abend erwischt hatte. In wie weit die
Setlist auf die bis jetzt zwei veröffentlichten Alben der Band aufgeteilt wurde
entzieht sich leider meiner Kenntnis. Auf jeden Fall waren mir die 40 Minuten
Stagetime schon fast zu kurz und das lag mit Nichten an der mit wenig Leder
bekleideten und ständig ihre blonde Mähne schüttelnden Frontröhre.
Auf die quasi Lokalmatadoren The Mystery war ich jetzt natürlich mächtig
gespannt, zumal sie auch die Möglichkeit hatten, ihr neues Album „Scars“ zu
präsentieren. Diese Chance wurde auch ganz klar bei ebenfalls gutem Sound
genutzt. Es schien fast so, als sei das Publikum nur eben wegen den Melodic
Metallern gekommen, denn schon zu Beginn des 70-minütigen Sets herrschte vor den
Bühnenbrettern schon mächtig Gedränge und gute Stimmung. Gut aufeinander
eingespielt und eine ganze Ecke druckvoller als auf den bereits veröffentlichten
Silikonscheibchen präsentierte sich das Quartett von Anfang an und hatte so auch
gleich die Fanschar auf ihrer Seite und massig Fäuste waren gen Hallendecke
gereckt. Frontschnuckel Denise war mal wieder nicht nur schön anzuschauen,
sondern auch stimmlich sehr gut unterwegs. Zum richtig professionellen Anheizer
hat sich auch Gitarrist Alex entwickelt. Der sich immer hinter seiner
Sonnenbrille „versteckende“ Axeman, steckte sogar bei „Restless Heart“ ganz
locker ein Saitenriss weg. Zum Thema Performance ließ er sich auch mit Basser
Christian nicht lumpen und beide tauchten zu „Ignore the Signs“ mal schnell ins
Publikum ab. Richtig wohl schien sich auch Drummer Daniel hinter seiner
Schießbude zu fühlen, was auch kein Wunder war, bei dem Sound den er gemischt
bekam. Die schon riesigen Publikumsreaktionen nach den einzelnen Songs entluden
sich dann zum Setende und so wurde zur lautstark geforderten Zugabe „Revenge“
noch zum Besten gegeben. Klasse Auftritt, der durch eine ordentliche Lightshow
noch deutlich aufgewertet wurde.
Nach einer längeren Umbaupause durch das Austauschen auf die bandeigene Backline
und einer daraus resultierenden ordentlichen Fahrplanverzögerung gingen nun
Rebellion an den Start. Meinen Bandbezug jetzt mal außen vorgelassen, war ich
gespannt, wie sich Neuzugang Simone Wenzel (Ex-Misfit) bei ihrem ersten Einsatz
als Ersatz für den erkrankten zweiten Gitarristen Björn Eilen schlagen und sich
die Band an sich nach ihrer langen Live-Pause seit Februar diesen Jahres
schlagen würden. Aber alles schön der Reihe nach, da das Publikum dem 5er den
Einstieg sehr leicht machte und die schon riesige Stimmung von The Mystery
gleich auf Rebellion transferierte. Micha Seifert erschien während der ersten
drei Songs noch nicht so ganz text- und abstimmungssicher, was sich aber in der
Folgezeit relativierte und er seine Frontmann Qualitäten wieder voll ausspielte.
Simone merkte man ihre Nervosität zu Beginn auch deutlich an, was sich aber im
weiteren Verlauf des 105-minütigen Sets deutlich legte, zumal sie durch ihre
Bandköpfe Uwe Lulis (g.) und Tomi Göttlich (b.) mehr
und mehr in das Bühnengeschehen eingebunden wurde. Mr. Lulis himself brillierte
gleich zu Beginn mit seinem über 2-minütigen Solo bei „Ynlinga Saga“ – Gänsehaut
pur! Einfach GÖTTLICH war auch wieder Tomi zu erleben. Wenn nur alle Lehrer sich
in ihren Unterrichtsstunden so verausgaben würden wie er bei einer Show
bräuchten wir keine PISA Studie. So tankten und schwitzten sich die Mannen, ähm
auch Frau, bei geilem Sound und Licht durch ihren Set, der alle drei Alben der
Bandhistorie beinhaltete, wobei das Hauptaugenmerk aber auf dem Neuling „Sagas
of Iceland“ lag und wurden aufs heftigste abgefeiert. Was sogar einen Fan
veranlasste, sich bei „Dragons Fly“ sich als Stagediver zu versuchen. Den
obligatorischen Wink in Richtung seiner Ex-Grave Digger machte dann Uwe selbst,
indem er „Rebellion“ selbst ansagte. Spätestens jetzt gab es im Volk kein Halten
mehr und alles schüttelte sich die Flöhe aus der Matte. Das die Zugabe, die aus
„Disdaining Fortune” bestand, lautstark gefordert wurde, versteht sich fast von
selbst. Ich nehm’s vorweg, das war der Tagessieg knapp vor The Mystery.
Denn danach leerte sich die Halle merklich und Majesty spielten nur noch vor
genauso vielen Fans wie Eingangs Atavism. Ich selbst bekam von dem Gig, bei dem
die Fans die Setlist vorher durch ein Votum auf der Homepage zusammenstellten,
nur noch das letzte Drittel mit, da ich noch einer Inti-Verpflichtung mit The
Mystery nachkommen musste. Und das war für meine eh schon angeschlagen Öhrchen
wohl auch besser so, denn was mir da an Lautstärke aus den Boxen um die Ohren
flog war schon fast nicht mehr erträglich. Wer auch immer sich dafür
verantwortlich zeichnete dürfte wohl nicht ganz unschuldig am steigenden Abgang
der Fans gewesen sein. Das was ich aber noch mitbekommen habe war Majesty – True
pur. Gewohnt klasse wie immer lieferten die Mannen um einen 20 kg leichteren und
Bart losen Tarek am Mikro eine klasse Show ab, welche die truesten
der Treuen jetzt schwerhörigen bis zum Ende abfeierten. Erwähnenswert ist auf
jeden Fall noch, das „Ride and Fight“ erstmals live performed wurde und Tarek
mal wieder selbst zur Klampfe griff, was mir aber leider entgangen ist.
So neigte sich gegen, ähm wie spät war’s eigentlich?, ein Festival-Debüt dem
Ende, das man als sehr gelungen bezeichnen darf. Klasse Billing, angenehme
Preise beim Eintritt und Merch und vertretbare und nicht vom Veranstalter
beeinflussbare Getränkepreise. Das im Anschluss an die Show extra eingerichtete
Meet & Greet für FC-Mitglieder mit den teilnehmenden Bands habe ich sausen
lassen, da ich mich mit den Rebellen gen Hotel verabschieden musste. Ich für
meinen Teil werde diesem Festival, sollte es in dieser Form nochmals
stattfinden, wieder meine volle Unterstützung zukommen lassen. Getreu dem Motto
des Abends – Cheers!
Setlists:
Atavism:
Liegt nicht vor
Ligeia:
Liegt nicht vor
The Mystery:
Intro, Vengeance is Mine, Fading away, 1.000.000 Light Years away, Restless
Heart ,Ignore the Signs, Scars, Another Day in hell, Broken, Facing the Storm,
Running from the Law, Revotution, Everytime, Inside my Heart, Schizophrenia,
Revenge
Rebellion:
intro, ynglinga saga, eric the red, dragon slayer, the prophecy, ragnhilds dream,
born a rebel, through the fire, dragon fly 90, harald hardrade, canute the great,
letters of blood
rebellion, disdaining forture
Majesty:
Intro, Reign in Glory, Hail to Majesty, Heavy Metal Battlecry, Into the
Stadiums, Last Revolution, Epic War, Troopers of Steel, We will ride (acoustic),
Metal Law, Ride and fight, Sword & Sorcery, Fields of War, Son of Metal
Keep it true/Metal to the metalheads- Medley
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