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Festivals gibt
es wie Sand am Meer. Wo früher nur Wacken und das Bang Your Head etwas größer in
Erscheinung traten, schießen heute die Festivals wie Pilze aus dem Boden. Aber
eine ganz besondere Idee entstand von Michael “The Lord of Metal” Reis: Das
UNITED METALHEADS FESTIVAL. Der Beginn wurde von Micha mit einem
Fanclubleiter-Webring gemacht. Der Fanclubleiter der deutschen True Metal Band
MAJESTY wollte die Fanclubs verschiedenster Bands aus dem Heavy Metal Bereich
unter einem gemeinsamen Dach vereinen, damit sich diese austauschen und
unterstützen können. Einige Zeit lang gab es ein Webradio, das sich eine
Stammhörerschaft erspielte, welches aber leider aufgrund der hohen Kosten
vorerst stillgelegt werden musste. Das gemeinsame Ziel der UNITED METALHEADS
Aktivisten bestand aus einem Festival mit verschiedenen Bands, die fast alle
Fanclubs besitzen, um die Bands ihren Fans näher zu bringen und natürlich auch
umgekehrt. Zusätzlich muss angemerkt werden, dass alle Bands gagenfrei
aufgetreten sind!
Mario Decher, der u. a. für die Promotion und das Management, sowie das Booking
der Melodic Metal Band THE MYSTERY verantwortlich ist, konnte mit „Die Börse“ in
Wuppertal eine passende Location ausfindig machen. So entstand langsam die
Kontur eines Festivals. Eine Mischung aus einem „normalen“ Festival und einem
gemeinsamen Fanclubtreffens sollte das Besondere an der Geschichte darstellen.
Ebenfalls aus dem Rahmen fallen die Ticketpreise für Fanclubmitglieder, die
deutlich unter dem normalen Eintrittspreis von nur 6,50 Euro liegen. Außerdem
bekommen sie einen Backstagepass, der dazu berechtigt, vor und während des
Festivals mit einer Organisationsperson persönlichen Zugang zu den Bands zu
finden. Vorbildlich!
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das erste UNITED METALHEADS FESTIVAL 2005
stand am 02. September 2005 an!!! 5 Bands gingen an den Start.
Nachdem fast pünktlich um kurz nach 17 Uhr die Tore zur heiligen Metalstätte,
sprich Halle (in diesem Fall „Die Börse“), geöffnet wurden, schien es nicht so,
als ob sich um diese Zeit jemand Metal antun möchte. Doch ruckzuck war die
Vorhalle voll. Somit war schon die erste Verspätung mit einem längeren
Soundcheck gebucht, aber Herr Reis nahm´s gelassen und lies verlauten: „Egal.
Jedes gute Festival hat Verspätung!“ Genau! Und außerdem ist ein guter Sound
Gold wert.
Nachdem das aber auch geklärt war, strömten die Metalheads nur so in die Halle
und ratzfatz war die Location gut gefüllt. Und das um DIESE Uhrzeit! Respekt!
Durch MTM Events ging die lokale Band ATAVISM als Opener an den Start. Eine
halbe Stunde lang hatten die Jungens aus NRW die Chance, ihren Power Metal
unters Volk zu bringen. Abgefeiert wurden sie dabei wie die Großen, auch wenn
das Stageacting noch in der Ausbauphase ist… Der Keyboarder stahl dem Sänger
öfters die Show, die ihren Höhepunkt im Stagediving des Mannes an den Tasten
fand. Die meisten Songs konnten mitreißen, auch wenn das Liedgut nicht gerade
unter „easy listening“ zu finden ist. Aber ihrer Aufgabe als Anheizer wurden
ATAVISM mehr als gerecht. ATAVISM haben ihren ersten Live-Auftritt mit Bravour
bestanden. Und das Publikum dankte es ihnen mit viel Applaus.
ATAVISM Setlist:
Intro, Van Helsing 5:45, Seymor 5:15, Golem 5:05, Morning Star 4:50, Sorrowmaker
4:00
Project Revolution 8:30, Wintersong 7:30
LIGEIA aus Neu-Ulm lieferten uns dann einen hochkarätigen, professionellen
Auftritt. Frontdame Dani sang und grunzte mit ihrer vollen Stimme die Halle weg
und geizte nicht mit ihren weiblichen Reizen. Unterstützt von ihren männlichen
Bandkollegen konnten LIGEIA gut bei den Anwesenden landen. Lediglich wurde das
immer gleich währende Rumgepose von Dani langsam langweilig. Das besondere
Schmankerl wurde leider schon am Anfang verschossen: „Walpurgis Night“. Einen
besonderen Gast konnten sie begrüßen: Ein Fan war extra aus dem 1000 km
entfernten Italien nach Wuppertal gekommen, um LIGEIA live spielen zu sehen!
Daumen hoch! Zum Dank gab´s von der Band ein zerspieltes, signiertes Drumfell.
LIGEIA Setlist:
Walpurgis Night, Heaven is hell, Orleans, Gloria, Mistress of the night,
Nevermore, Beyond the sky, Thunderstorm, Children of the lost, Last desire
Als nächstes an der Reihe: THE MYSTERY aus dem nahe gelegenen Heiligenhaus, die
erst kürzlich ihre neue CD „Scars“ released haben, zumindest am
Merchandise-Stand. Das reguläre Releasedatum ist für kommenden Herbst angesetzt.
Vorabreviews bestätigen aber schon, dass diese Scheibe wohl ein Kracher wird!
Live zünden sie auf alle Fälle! Die sympathische Sängerin Denise und ihre 3
Herren (Alex an der Gitarre, Daniel an den Drums und Chris am Bass) hatten die
Fans sofort im Griff und spielten ihren melodischen Metal mit einer Energie, die
sich gewaschen hat. Denise scheint Hummeln im Hintern zu haben und dirigierte
das Publikum geschickt. Herausragend auch die stimmliche Leistung der Hübschen.
Und auch als Alex´ Gitarre kurzzeitig seinen Geist aufzugeben schien, hatte die
nette Sängerin ein Lächeln auf den Lippen. 1 Stunde lang wurde das Publikum mit
Songs vom kommenden Albums „Scars“, als auch vom selbstproduzierten
Vorgängeralbum „Facing the storm“ zum Schwitzen gebracht. Auch hier wieder
Crowdsurfer. Zusätzlich folgten die ersten Zugaberufe. Mit melodischem Druck,
charismatischer Sympathie und vielversprechendem Livekönnen an die Spitze! Die
Halle kochte, und die Hörnchen flogen der Band nur so zu! Top!
THE MYSTERY Setlist:
Fading away, 1.000.000 light years away, Restless heart, Ignore the signs, Scars,
Another day in hell, Broken, Facing the storm, Running from the law, Revolution
,Everytime, Inside my heart ,Schizophrenia ,Revenge
Von Band zu Band pushte sich die Stimmung nach oben und so war es nicht
verwunderlich, dass sich beim Co-Headliner REBELLION die Fans die Kehle aus den
Hälsen sangen. REBELLION, die Power Metaller um Ex-Grave Digger Uwe Lulis
(Gitarre) und Tomi Göttlich (Bass), zur Zeit in aller Munde, legten eine tighte
Show hin und spielten Songs quer durch all ihre Alben, allen voran das dritte
Werk „Sagas of Iceland“. Die Fans waren begeistert und so war auch die Stimmung!
REBELLION gehörten nach THE MYSTERY zum Highlight des Tages, wenn auch nicht zu
meinem persönlichen.
REBELLION Setlist:
intro, ynglinga saga, eric the red, dragon slayer, the prophecy, ragnhilds dream,
born a rebel, through the fire, dragon fly 90, harald hardrade, canute the great,
letters of blood
rebellion, disdaining forture
Aber als MAJESTY die Bühne betraten, schützen die Leute keine Müdigkeit vor,
zumindest die verbliebenen Fans nicht, für die REBELLION nicht die heimlichen
Headliner waren. Hey, Leuts, die gegangen sind, ihr habt was verpasst! Trotz
zurückgegangener Zuschauerzahlen gegen Mitternacht blieb der harte Kern, meist
bestehend aus Majestic Metalheads (Majesty-Fanclub), anwesend und MAJESTY aus
Tauberbischofsheim gaben Gas. Zur Feier des Tages dankte Sänger Tarek
seinem Fanclub, vor allem aber seinem Fanclubleiter, holte ihn auf die Bühne zum
gemeinsamen Moshen.
Eine vom Fanclub ausgewählte Setlist (siehe unten) machte den MAJESTY-Auftritt
zu etwas ganz Speziellem. Noch NIE wurde „Ride and fight“ live gespielt und
somit hatte der Song nach acht-jährigem Bandbestehen sein Live-Debüt. Nach sehr
langer Zeit gab´s auch mal wieder „Last Revolution“. Sänger Tarek hatte schon
länger keine Gitarre mehr in der Hand. Allerdings machte er für den heutigen Tag
eine Ausnahme und in unseren Ohren erklangen die Akustikgitarrensaiten und
Gänsehaut lief vor allem den Majestic Metalheads über den Rücken: „We will ride“.
MAJESTY Setlist:
Intro, Reign in Glory, Hail to Majesty, Heavy Metal Battlecry, Into the
Stadiums, Last Revolution, Epic War, Troopers of Steel, We will ride (acoustic),
Metal Law, Ride and fight, Sword & Sorcery, Fields of War, Son of Metal
Keep it true/Metal to the metalheads- Medley
Nach dem offiziellen Ende des Festivals (das gegen 1:30 Uhr stattfand) hatten
die FC Members weiterhin freien Zutritt zum Backstagebereich, da dort der FC
Treff von THE MYSTERY und MAJESTY weitergefeiert wurde. Was für eine Nacht!
Vorbildlich ebenfalls die reibungslose Organisation von Mario Decher. Es gab
große Backstageräume, jeder wurde angenehm und mehr als ausreichend versorgt und
jeder hatte seinen Spaß. Danke auch an die freundlichen (!) Securities und
Mithelfer! Sogar einen Rückziehraum für die Presse war vorhanden! Ruhige und
friedliche Metalheads. Da kann ich nur für´s nächste Jahr sagen – und ich
bediene mich hier frech den Worten MAJESTY´s – „Bring metal to the stadiums“!
Fazit: THE MYSTERY und REBELLION hatten den meisten Zuspruch seitens des
Publikums. Super Organisation, gemütliche Location, guter Sound, nette Leute,
geile Stimmung! Operation gelungen – Festival perfekt! Auf in die nächste Runde!
Danke!
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